Genau für diese Momente

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Thüringenliga: TTV Bleicherode 9:7 USV Jena

Was für ein dramatischer Abend in der Bleicheröder Löwentorhalle. Mit einem wahren Kraftakt konnten die Bleicheröder Tischtennis-Herren den USV Jena noch auf der Zielgeraden abfangen und sich so ganz wichtige Punkte im Kampf um Rang Vier in Thüringens Oberhaus sichern.

„Das gibt heute eine richtige Klatsche“, hörte man es vereinzelt nach einer Stunde Spielzeit in der Halle murmeln. Nicht wenige Experten setzten nach drei Doppelpleiten und der deutlichen Niederlage von Hanjo Hagemeier gegen Robert Göpfert beim Stande von 0:4 keinen Pfifferling mehr auf die Truppe von Tim Liebergesell.

Und die taumelte tatsächlich. Zwar hielt man sich durch Siege der Liebergesell-Brüder Tobias und Tim sowie Steffen Weber bis zur Halbzeit irgendwie im Spiel (3:6), aber bis dahin lieferten die Jenaer Eindeutig die bessere Performance.

Doch dann kam die große Stunde von Tobias Liebergesell, der sein ganzes Potenzial aufzeigte. Ruhig und beinahe abgeklärt legte er sich den Liga-Spitzenmann Göpfert (12:3 Siege) förmlich zurecht und holte sich ein bärenstarkes 3:1.

Dieser Sieg war der absolute Brustlöser, denn die Jenaer wirkten fast geschockt und wir hatten das Momentum urplötzlich auf unserer Seite“, unterstreicht Teamchef Tim Liebergesell die Wichtigkeit.

Das nutzte Hanjo Hagemeier, der sich endlich wieder für seinen Aufwand belohnte und gegen Nico Sauer ein letztlich verdientes 3:1 einfuhr. Es folgte ein absolutes Spitzenspiel im mittleren Paarkreuz zwischen Tim Liebergesell (10:1) und Steven Sachse (9:0), welches vier Sätze Hochspannung bot und in dem sich keiner der Protagonisten absetzen konnte. Erst im Finaldurchgang schlug das Pendel Richtung Bleicherode und der TTV-Kapitän holte mit einem 11:2 einen Big Point.

Den veredelte Lennart Czosnyka durch ein 3:0 gegen Stefan Dietl, womit man nun sogar erstmals in Führung gehen konnte (7:6).

Im unteren Paarkreuz wurden die Punkte geteilt. Während Steffen Weber gegen Jonas Bengs nie richtig in die Partie kam, zeigte sich Leon Scholze nervenstark.

Im Duell mit Ersatzmann Charly Laßmann zeigte der Youngster sein großes Talent und holte mit einem 3:1 die so wichtige 8:7 Führung vor dem Entscheidungsdoppel.

Behielt die Nerven: Leon Scholze

„Hätte mir nach dem 0:4 jemand ein Remis angeboten“ schmunzelte Tim Liebergesell vor dem Finalmatch, „ich hätte sofort unterschrieben. Aber jetzt wollen wir den Sieg.“

Gesagt, getan. Tobias Liebergesell und Hanjo Hagemeier brauchten gegen die unbequem zu bespielenden Robert Göpfert/Steven Sachse genau einen Satz zur Feinjustierung (-9), dann waren sie jeweils immer um die benötigte Haaresbreite besser (9,8,9).

Der Rest war Jubel.

„Manchmal fragt man sich ja schon, ob sich der ganze Aufwand lohnt: viel Training, weite Auswärtsfahrten, verplante Wochenenden“, so ein überglücklicher Hanjo Hagemeier nach der Partie, „aber genau für solche Matches macht man das, genau für diese Momente.“

TTV: Tobias Liebergesell 2,5; Tim Liebergesell 2; Hanjo Hagemeier 1,5; Lennart Czosnyka, Steffen Weber, Leon Scholze alle 1

Bereits im Vorfeld hatte Frau Schmücking von der Nordthüringer Volksbank für freudige Gesichter gesorgt, als sie dem TTV Bleicherode einen Spendenscheck überreichte.
Der Verein bedankt sich ganz herzlich für die Unterstützung und freut sich auf eine langfristige Zusammenarbeit.

Der TTV bedankt sich bei der Nordthüringer Volksbank!